Bauernregeln sind den meisten Leuten ein Begriff. Dass die gereimten alten Weisheiten (noch) stimmen, daran gibt es immer wieder Zweifel.

Ungute Wärme

Die Bauernregeln für den Januar sind sich einig: Dieser Monat sollte kalt sein:

  • Wächst das Gras im Januar, ist’s im Sommer in Gefahr
  • Je frostiger der Januar, je freudiger das Jahr
  • Grüner Januar macht das Bett zur Bahr 

Ein warmer Winter hat verschiedene Nachteile. Z. B. können Schädlinge und Krankheiten einfacher überleben und damit später im Jahr grösseren Schaden anrichten. Oder es kann zu Durchwuchs kommen, wenn etwa aussortierte Kartoffeln auf dem Feld nicht erfrieren und in der Folge später auskeimen, wo sie nicht sollten. 

Es könnte gute Ernten geben

Es gibt aber auch positive Prognosen:

  • Ist der Januar trocken, füllt sich der Speicher mit Roggen
  • Ist der Januar nicht nass, füllet sich des Winzers Fass
  • Ist der Jänner von Anfang bis Ende gut, so hat das ganze Jahr ‘nen guten Mut

Dass der erste Monat des Jahres 2020 so trocken war, könnte auf eine gute Roggen- und Weinernte hindeuten.

Wird es noch frostig? 

Der Frühling könnte noch kalt werden:

  • Wenn die Katze im Januar in der Sonne liegt, im März sie wieder hinter den Ofen kriecht
  • Wenn Frost nicht im Jänner kommen will, so kommt er im Märzen und April
  • Was dem Januar an Schnee gefehlt, oft der weisse März erzählt

Der vergangene warme Januar deutet demnach auf einen kalten Frühling mit Frost hin. Das könnte für Obst- und Waldbäume sowie Reben gefährlich werden und den Bauern schlaflose Nächte im Kampf gegen die Kälte bescheren